Berater, Entwickler und Kunden haben eins gemein - Gerne nutzen sie ihr persönliches Wissen und ihre Erfahrungen zur Konzeption von Software und Websites. Dieses Vorgehen ist fraglich, denn oftmals sind es persönliche Vorlieben und Abneigungen, die eine Web-Applikation oder eine Benutzeroberfläche beeinflussen. Ein paar Beispiele hierzu:

„Was im Web nicht auf dem direkt sichtbaren Bereich steht, wird nicht gelesen oder angeklickt!“

Ist das wirklich so?


Bild: pixelio.de

Nein, man könnte dies auch ganz einfach testen, in dem man einen echten Eye-Catcher unterhalb des sichtbaren Bereiches positioniert und misst wie oft im Verhältnis der Gesamtzugriffe darauf geklickt wird. Aber die vermeintliche Erfahrung verhindert dieses Vorgehen. Faktisch ist es so, dass durch die Verbreitung der Scroll-Mäuse und neuerdings der Trackpads das nach unten Scrollen viel einfacher ist als das „Weiter“ und „Zurück“ Klicken.

„Die Erweiterte Suche nutzt sowieso keiner im Intranet!“

Dieser Erfahrungswert führt zu dem Umstand, dass viele Kunden auf eine besondere Suchfunktion verzichten und den Leser für dumm halten. Dabei lautet die Problemstellung ganz anders: Wie baue ich die Suche auf, dass ein Leser oder Kunde auch komplexe Fragestellungen abfragen kann? Hierzu empfehlen wir unseren Artikel Suchnavigationen sind nicht banal!

Berater: “Man könnte in der Auftragsliste die Kurzbeschreibung beim Mouse-Over einblenden.” Entwickler: “Ich halte nichts von Mouse-Over Effekten. Das ist eine Spielerei!

Der Entwickler versteht dabei nicht den Vorteil des Nutzers, sondern denkt an die Komplexität der Entwicklung. Sicherlich auch ein guter Gedanke - aus seiner Sicht heraus. Durch eine Mouse-Over Einblendung kann aber verhindert werden, dass der Nutzer auf eine Detailansicht wechseln muss, um zu sehen was sich hinter dem Auftrag verbirgt. Hier geht es um Zeitersparnis - Und somit um Geld!

Die Liste an subjektiven Konzeptionselementen kann sehr lang werden. Dabei gibt es meistens eine Möglichkeit das Problem zu testen, zu hinterfragen oder zu analysieren. Um so wichtiger ist es diese Möglichkeiten zu nutzen und der eigenen Subjektivität in der Konzeption Einhalt zu gebieten.