Scrum ist ein Vorgehensmodell der agilen Softwareentwicklung. Einfach ausgedrückt wird davon ausgegangen, dass jeder Prozess der Softwareentwicklung so komplex ist, dass er sich nicht in einem Schritt durchführen lässt. Iterative Schritte ( Sprints ) sind die logische Folge. Innerhalb der selbstbestimmten Aufgabenpakete übernimmt das Team die Verantwortung für die Umsetzung. Das Diktat von oben wird dabei abgelehnt. Der Product Owner ( Auftraggeber ) kann über User Stories seine Wünsche mitteilen und auch Vorschläge zu Priorisierung geben. Die Auswahl, welche User Story in welchem Sprint durchgeführt wird entscheidet das Team.

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Weitere Informationen zu Scrum sind auf Wikipedia und in der einschlägigen Literatur zu finden.

Die Scandio hat dieses Modell erfolgreich in der Entwicklung der Suchmaschine SEBOL, die auf Apache Lucene basiert eingesetzt. SEBOL wird zu einem Großteil aus eigenem Antrieb entwickelt, das bedeutet der Product Owner kommt aus dem eigenen Haus. Innerhalb der Produktentwicklung beziehungsweise bei Eigenentwicklungen zeigen sich die Stärken von Scrum sehr schnell. Diese sind eine besonders hohe Qualität, sofort einsetzbare Ergebnisse, permanente Selbstkontrolle und eine extrem hohe Flexibilität.

Ein für die Entwicklung der Suchmaschine SEBOL sehr wichtiger Kunde nutzt Scrum in der Eigenentwicklung und hat uns im Projekt als Dienstleister tief integriert. Funktioniert Scrum in der IT-Dienstleistungsbranche? Widerspricht sich das gesamte Vorgehen und die Zuordnung der Verantwortungen nicht dem „Kunde ist König“ Prinzip?

Nein, ja, vielleicht, ein wenig!

Sicherlich sollte man nicht jeden Kunden zu einem Scrum Projekt überreden. Man muss seinen Kunden gut kennen und der Kunde muss sich über die Konsequenzen im klaren sein.

Was aber sind die Konsequenzen?

  • Festpreise kann es nicht oder nur innerhalb einer Iteration geben. Ein Projekt besteht aus einer Anzahl Sprints, deren Inhalte vage bekannt sind. Die Entscheidung trifft aber das Team.
  • Vollständige Konzepte und Pflichtenhefte gibt es vor Projektbeginn nicht. Es gibt die bis zu diesem Zeitpunkt formulierten User Stories in der jeweiligen Granularität.
  • Die Vertragsgestaltung mit Einkauf und Rechtsabteilung sind als schwierig anzusehen.

Aber es gibt auch äußerst interessante positive Konsequenzen!

  • Innerhalb des Projektes kann der Product Owner jederzeit die User Stories ändern und erweitern.
  • Change Requests gibt es in der Form, wie sie in anderen Projekten auftauchen nicht, denn die Änderung wird schneller erkannt und sofort aufgenommen.
  • Die Kosten sind in der Regel keineswegs höher als bei sogenannten Festpreisprojekten mit statischem Pflichtenheft.
  • Der Kunde erhält nach jedem Sprint ein Ergebnis und kann früher Feedback geben und durch die User Stories Einfluss nehmen.
  • Der Kunde hat das Recht nach jedem Sprint ein Projekt zu stoppen beziehungsweise zu überdenken.

Ein sehr großer Erfolgsfaktor ist das IT-Consulting, das im Vorfeld der Entwicklung und parallel dazu erfolgen muss. Der Consultant muss auf den Kunden einwirken, damit dieser nicht versucht die gesamten Anforderungen auf einmal umzusetzen. Dies erhöht die Komplexität sehr stark. Die User Stories der ersten Stunde sollen das Minimalsystem beschreiben, das dann konsequent erweitert werden kann. Ein früher Einsatz im Unternehmen ist auch für den Kunden der größte Erfolg. Das Feedback der Benutzer kann sofort in die weiteren Entwicklungen einfließen. Ist die Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt wächst auch das Vertrauen.

Gegenseitiges Vertrauen und Verständnis für die Bedürfnisse sind sicherlich wichtige Eckpfeiler von Entwicklungsprozessen dieser Art. Die Scandio GmbH ist in der Lage IT-Dienstleistungen mittels der Scrum Methode durchzuführen.

Interessiert? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!