Wer schon einmal ein Plugin für eines der Atlassian Produkte entwickelt hat weiß, dass das Ganze, je nach Einsatzgebiet, schnell eine ziemlich komplexe Geschichte werden kann. Oft kommt es aber vor, dass man bspw. „nur“ ein zusätzliches Menü-Item erstellen will und das möglichst ohne sich mit der komplexen Struktur eines „vollwertigen“ Plugins auseinander setzen zu müssen. Da sich die Atlassian-Leute nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen wollen und immer an das Wohl ihrer Community denken ;), versuchen sie auch diese Möglichkeit abzudecken. Das Zauberwort hierbei heißt “Speakeasy”.

„Speakeasy“ soll, wie der Name schon andeutet, ein einfacherer Mechanismus werden, um Erweiterungen für Atlassian Produkte erstellen zu können. Da sich das Ganze noch in einer eher experimentellen Phase befindet, soll hier bloß ein kurzer Einblick gegeben werden (am Beispiel von Confluence):

Wer darf?

JEDER Confluence-Benutzer darf Speakeasy-Extensions installieren– was im ersten Moment jedem System- Administrator die Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte. ABER :

  1. an einem feingranularen Berechtigungsmechanismus wird schon gearbeitet.
  2. werden alle auf diese Art erstellten Erweiterungen benutzerbezogen installiert. So gesehen kann der Benutzer also nur seine eigene Umgebung „zerstören“ ohne das eigentliche System global zu beeinflussen.

Was darf man?

Kurz gesagt: JavaScript, CSS, HTML, JSON. Auch Zugriffe auf REST. bzw. XML-RPC Ressourcen sind möglich. Systeminformationen die auf diese Weise nicht extrahiert werden können, können von den Erweiterungen auch nicht benutzt werden. Was also kann man durch diese Art von Plugins abdecken? Sicherlich alle Erweiterungen die das UI betreffen, oder zumindest diese, die mit den oben genannten Komponenten umsetzbar sind. So dürften kleinere Layoutanpassungen sicherlich machbar sein. Für komplexere Implementierungen wird man nach wie vor nicht an den Plugins vorbeikommen.

Wie darf man das?

Im ersten Schritt muss der System Administrator das Speakeasy-Plugin auf die gewohnte Weise installieren. Danach erscheint im Benutzermenü ein neues Item „Extensions“. Hier kann der jeweilige Nutzer seine Erweiterungen hochladen. Aus Benutzersicht sehr komfortabel und interessant dürfte die Tatsache sein, dass bereits installierte Extensions angepasst werden können.

Wann darf man?

Da noch keine feingranulare Rechteverwaltung existiert, empfiehlt es sich sicherlich nicht Speakeasy auf einer öffentlich zugänglichen Confluence Instanz zu testen. Da sich das Plugin auch noch nicht in einem finalen Status befindet, würde sich eine Testinstallation eher anbieten. Da das ganze Thema noch relativ neu ist, gibt es auch noch nicht so viele Extensions, die alle Möglichkeiten von Speakeasy ausschöpfen würden. Für einen kleinen Einblick bietet sich die Atlassian Seite an.
Fazit: Für Entwickler auf jeden Fall jetzt schon ein Muss. Für „normale“ Nutzer würde sich die finale Version mit verbesserter Rechteverwaltung empfehlen.