Softwareentwicklung, was ist das? Mit übergroßem Interesse und einer gesunden Portion Naivität wagte ich mich in die Männer-beherrschte Welt des Codens. Dabei versuchte ich, von Anfang an die Fronten zu klären. Dazu gehörte beispielsweise, dass ich keinerlei Erfahrung mitbringe und die erste Zeit wohl ein ziemlich riesiger Klotz am Bein sein werde. Dies konnte meinen zukünftigen Arbeitgeber jedoch nicht schocken. Unbeirrt beharrte er darauf, mich mit ins Boot zu nehmen.

In den ersten Wochen sollte mir ein Tutorial dabei helfen, mich mit dem Play Framework vertraut zu machen. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich ein gewaltiges Brett vor den Augen hatte und einfach nichts als Bahnhof verstand. Doch ich blieb hartnäckig dran und fragte mich bei meinen Kollegen durch. Anfangs stellte sich dies als eigene Herausforderung dar, da ich mit der Interpretation der starren Blicke gen Monitor noch nicht so vertraut war. Schließlich wollte ich meine Kollegen nicht von ihrer produktiven Arbeit bzw. realen Projekten abhalten. An dieser Stelle ein fettes SORRY, für die beanspruchte Zeit und die Tatsache, dass ich manchmal vor Verzweiflung nicht mal in der Lage war eine konkrete Frage zu stellen und simpel versuchte mit einem leidenden Blick Hilfe zu erlangen.

Nach einem etwas holprigen Start, konnte ich mich immer mehr fürs Programmieren begeistern. Nebenbei bemerkt: Coden fand ich schon immer irgendwie sexy. So kam es, dass es Tage gab, an denen es mir so viel Spaß machte und ich bis in die Nacht rumtüftelte, so dass ich grad noch die letzte S-Bahn nach Haus erwischte. Und andere Tage wiederum, an denen ich vorm Bildschirm saß und sich mein Hirn komischerweise ganz leer anfühlte - ein mir bis dato völlig unbekannter Zustand. Ich hoffe sehr, dass ich eines Tages so weit bin, ein klein wenig zum Erfolg der Scandio beizutragen, auch wenn ich momentan noch meilenweit davon entfernt bin.