Vor nicht ganz einem halben Jahr war für mich die Zeit gekommen, nach einem neuen Job Ausschau zu halten. Die Kriterien waren zunächst recht simpel: überschaubare Unternehmensgröße, abwechslungsreiche Aufgaben, etwas Kundenkontakt und ein nettes Umfeld. Nun stellen sich natürlich viele Unternehmen so dar, aber inwiefern die jeweilige Ausprägung zu den eigenen Vorstellungen passt, zeigt sich oft erst viel später. Nach sechs Monaten bin ich aber nach wie vor froh, die Scandio als meinen neuen Arbeitgeber gewählt zu haben und möchte nun einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag geben.

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Das ist Andreas.

Trotz der übersichtlichen Größe von aktuell knapp 40 Mitarbeitern, ist hier ein breites Spektrum an Aufgaben zu finden. Das reicht von der Softwareentwicklung über Webdesign und Content-Management bis zum Consulting mit Schulungen und Administration. Programmierer können sich u.a. in Java, PHP oder NodeJS austoben. Natürlich hat man je nach Teamzugehörigkeit primär nur mit bestimmten Themen zu tun, kann aber auch leicht seine Fühler in neue Bereiche ausstrecken.

Ich bin im Team für alles rund um Atlassian-Tools untergekommen und war von Beginn an Teil von größeren Migrationen, Plugin-Entwicklungen und Kundenmeetings. Selbst als Neuling bekommt man hier nicht nur die übriggebliebenen Aufgaben, bei denen man nicht viel falsch machen kann.

Spannung, Spaß und Schokolade

Johannes, Thomas und Felix sind konzentriert am Arbeiten.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass im Job nicht immer die gleiche Arbeit auf mich wartet. Daraus ergibt sich aber nicht automatisch ein chaotischer Tagesablauf oder die ominöse Unklarheit, was am nächsten Tag auf einen zukommt. Dennoch ist etwas Geschick gefragt, um den Überblick zu behalten, wenn mehrere parallel laufende Projekte auf Releases zulaufen. So kann es vorkommen, dass man an einem Projekt für Kunde A arbeitet, später ein Meeting mit Kunde B stattfindet und Kunde C ein dringendes Problem per JIRA oder Telefon meldet.

Trotz stets wechselnder Aufgabenstellung sind die Arbeitspakete meist groß genug, sich ausführlicher mit der jeweiligen Thematik auseinanderzusetzen und Erfahrung zu sammeln. Bei der Verteilung im Team wird immer auf eine gesunde Mischung aus bekannten und neuen Themenbereichen geachtet und somit bestehendes Wissen gefestigt, sowie nach und nach auf mehrere Personen verteilt. Gleichzeitig gibt es aber auch gewisse Zugehörigkeiten zu Kundenprojekten, wodurch ein zu häufiger Kontextwechsel ausbleibt.

Natürlich gibt es auch mal einseitige und zeitfressende Aufgaben, aber diese sind willkommene Lückenfüller, um den Kopf auch wieder frei zu bekommen und werden sowohl zwischen den Teammitgliedern als auch über mehrere Tage verteilt. Wenn man also gerade irgendwo nicht weiter kommt, kann man sich den entspannenderen Aufgaben widmen oder auch einfach mal früher Feierabend machen.

Generell sind die Arbeitszeiten sehr locker gehalten. Es stellt also kein Problem dar, bei anstehenden Terminen im Home Office zu arbeiten oder die Start- und Endzeiten nach Bedarf und eigenen Wünschen zu gestalten. Natürlich alles in Moderation und sofern es der Terminkalender oder die nächste Deadline erlauben.

Auch der Spaß kommt nicht zu kurz, wenn die Kollegen - auch die Chefs - mal wieder im Zimmer vorbeischauen und etwas Schabernack treiben oder ein lustiges Video in HipChat die Runde macht. Regelmäßig finden abends spontane Zusammenkünfte statt, um bei einem kühlen Bier den Tag ausklingen zu lassen oder anschließend noch ein paar Runden gemeinsam zu zocken. Es finden sich auch oft kleine Gruppen, die gemeinsam an User-Groups und anderen Treffen der hiesigen Communities teilnehmen, wenn sie nicht ohnehin im Haus stattfinden.

Mit Kunden sieht es erstaunlicherweise ähnlich aus. Abgesehen von Schulungen und Workshops wird primär in den Räumlichkeiten der Scandio gearbeitet. Auch die Meetings finden in der Regel hier statt und sind in angenehmer Atmosphäre per “Du” und in legerer Kleidung. Einige Kunden lernt man auch im Biergarten um die Ecke besser kennen, sodass die Unterhaltungen immer sehr ungezwungen sind.

Ungezwungen ist auch der Umgang mit den Kollegen der Scandio. Vom jungen Werkstudenten bis hin zum “alten Hasen” sind hier so ziemlich alle Altersgruppen vertreten. Dadurch sind auch in der Mittagspause die Unterhaltungen sehr divers mit aktuellen Technologiethemen, Sport oder Politik. Man sollte auch Spaß verstehen können und etwas Wortgewandtheit mitbringen, wenn es mal wieder um den besseren Verein oder das neue Top-Smartphone geht.

Die kulinarische Verpflegung ist ebenfalls sichergestellt. Durch die vielen Lokale in der nahen Umgebung findet jeder etwas für seinen Geschmack und wer es günstiger mag, beteiligt sich an der Koch-Gruppe oder verstaut seine Mitbringsel im Kühlschrank. Wer dann später am Nachmittag einen schnellen Energieschub braucht, bedient sich einfach an der Snackbar oder schnappt sich die Restportion der heutigen Koch-Gruppe. Mit etwas Glück spaziert aber auch der Kollege wieder mit großen Packungen Kinderriegeln und Duplos durch die Zimmer.

Schnitzel-Tag bei der Scandio.

Thank you for travelling with Deutsche Bahn

Für mich als Pendler von Augsburg hat sich anfangs natürlich die Frage gestellt, ob die weite Strecke bis zur Scandio nach Neuperlach nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt und den letzten Nerv raubt.

Ob man das Pendeln auf sich nehmen will, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber für mich war es hier der erste Versuch und es gab bereits in den sechs Monaten gewisse Höhen und Tiefen. Aus den theoretischen 1,5 Stunden von Haustür zu Haustür werden durch verpasste U-Bahnen, Verspätungen und anderen Störfaktoren schnell mal 2 Stunden oder mehr pro Fahrt.

Im Falle der Scandio empfinde ich es allerdings als recht positiv, dass die Fahrt sehr unkompliziert ist und man vom Hauptbahnhof mit der U5 direkt durchfahren kann und nicht mehrmals umsteigen muss. Von der Haltestelle “Neuperlach Zentrum” sind es dann nur noch wenige Schritte. So lässt sich der Weg besser planen und ist nicht ganz so stressig.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte einen einigermaßen anschaulichen Eindruck von der Arbeit bei der Scandio vermitteln. Einige der angesprochenen Punkte sind natürlich Ansichtssache und zum Teil auch von der Teamzugehörigkeit und Projektsituation abhängig, aber ich für meinen Teil bleibe gerne noch etwas länger hier.